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27.03.2005, 20:48 Uhr
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Google prüft Rauswurf von N'azi-Nachrichten aus Google News
Unternehmen reagiert auf Kritiken der Nutzer
Der Suchmaschinenbetreiber Google prüft in den USA und Deutschland den Rauswurf von neofaschistischer Hetze in seiner Nachrichten-Integrationsseite "Google News". Das sagte Stefan Keuchel, der Sprecher von Google Deutschland, de.internet.com. So war laut einem Bericht der 'Netzeitung' kürzlich ein Hetzartikel der 'Nationalzeitung/Deutsche Wochen-Zeitung' (NZ) mit der Überschrift "Deutsche Arbeitsplätze - zuerst für Deutsche" über Google News lesbar gewesen. In den USA war das Unternehmen in den letzten Tagen in die Kritik geraten, weil in dem Nachrichtenportal auch Inhalte des neofaschistischen Magazins 'National Vanguard' dokumentiert wurden.
"In den USA haben wir sehr viele E-Mails erhalten wegen 'National Vanguard', die das nicht so toll fanden", so Keuchel. Google selbst sei politisch neutral und wolle es den Nutzern ermöglichen, sich über Google News aus verschiedenen Quellen zu informieren. "Wir halten uns an bestehende Gesetze. Wenn etwas verboten wäre, fliegt es sofort raus", so Keuchel weiter. Etwas anderes sei das Argument, dass man Neofaschisten keine Plattform bieten müsse. Dazu gebe es gegenwärtig eine "intensive interne Diskussion". Keuchel stimme persönlich der Einschätzung zu, dass "Faschismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen" sei.
Mit der 'Nationalzeitung' und 'National Vanguard' hat das Unternehmen - offenbar aus politischer Naivität - neofaschistischer Propaganda übelster Sorte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht, so einige Kritiker.
Der Verlag und Versand National Vanguard Books verbreitet weltweit Hitlers "Mein Kampf" ebenso wie man dort N'azi-Comics verkauft. Deren Führer William Pierce war Boss der National Alliance und wichtigster Kontaktmann der NPD in den USA. Er war mehrfach Gast bei Veranstaltungen der NPD und der Jungen Nationaldemokraten (JN). Der gelernte Physiker gab 1966 seinen Job auf, um bei der American N'azi Party (ANP) in Arlington in Dienst zu treten. Auch einen Trennungsstrich zu rechtsterroristischen Terroranschlägen gibt es nicht: 1978 veröffentlichte er unter dem Pseudonym Andrew Macdonald den Roman "The Turner Diaries". Die "Turner-Tagebücher" gelten als Blaupause für Terroranschläge. Pierce starb 2002.
Die deutsche 'Nationalzeitung' kommt aus der gleichen Ecke, auch wenn sie etwas raffinierter agiert. Herausgeber und Chefredakteur des Hetzblattes ist der Bundesvorsitzende der neofaschistischen "Deutschen Volksunion" (DVU), Gerhard Frey. Die NZ dient dieser gleichsam als inoffizielle Parteizeitung. Das Blatt erscheint laut Verfassungsschutz NRW wöchentlich mit einer Gesamtauflage von 45.000 Exemplaren und ist damit die auflagenstärkste braune Publikation in der Bundesrepublik. In Überschriften stachelt sie zum Rassenhass gegen "Zigeunerbanden, die sich auf den EU-Beitritt vorbereiten" auf und warnt vor der "Masseneinwanderung von Juden" nach Deutschland. Der N'azi Frey tut sich mit seinem Hetzblatt zudem als Leugner der Wahrheit über den Massenmord am jüdischen Volk hervor und hat mehr als ein Dutzend Mal über die "Gaskammerlüge" geschwafelt. (as)
Dieser Post wurde am 28.03.2005 um 00:54 Uhr von admin editiert.
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